Wieder einmal hatten wir nun die Gelegenheit einen Action geladenen Trailer für einen unserer Kunden zu produzieren. Das Budget reichte zwar nur für einen Drehtag, aber das hat uns natürlich nicht davon abgehalten so viel “Action” wie nur möglich in den Trailer reinzupacken. Luxus Yacht, heisse Girls, schnelle Autos, Verfolgungsjagd, Gewehre, und was heutzutage auch nicht fehlen darf … ein Parkour Künstler!
Um das alles auch optisch anspruchsvoll zu verpacken war der Einsatz der RED ONE natürlich unumgänglich. Die mit einem Vollformat-35mm CMOS Sensor bestückte digitalen Filmkamera lieferte uns hochauflösende, gestochen scharfe, 4k Bilder. Zudem hatten wir die Möglichkeit die Framerate auf bis zu 120 fps einzustellen um somit die Zeit zu verlangsamen und wunderschöne Slow-Motion-Effekte zu erzeugen.
Durch einen optimierten digitalen 2k Workflow konnten wir die Post-Produktion sogar innerhalb von drei Tagen abschliessen (inkl. 3D Visual Effects!).
Diese “filmische Blitzaktion” verlangte natürlich grossen Einsatz des gesamten Teams und somit möchten wir uns nochmals bei allen Mitwirkenden bedanken für ihr Engagement!
… und nun noch ein paar Bilder des Drehs:
… und natürlich den “Fake-Trailer” (… in 3Dee !! ):
Unser Eventpromo “Vanity” – 13.03.2009 wurde von Steve Weiss (Director; Zacuto, FilmFellas, Critics) & Phillip Bloom (Independent DP and Director) in ihrer Show analysiert.
Wie auch in der Show erwähnt wird, drehten wir diesen Spot noch bevor das Firmware-Update mit den manuellen Funktionen der Canon 5D Mark II veröffentlicht wurde.
Für uns eine sehr spannende Herausforderung, die wir aber mit dem tollen Team am Set schnell meisterten.
Ein weiteres Projekt das komplett mit der Canon 5D Mark II gedreht wurde ist unser Kurzspielfilm “The Prague Assignment” der sich zur Zeit in der Post Produktion befindet.
Da wir für den Kurzfilm “The Prague Assignment” einen Sonnenaufgang filmen wollten, haben wir uns diesmal eine besondere Technik überlegt, womit sich ein Zeitraffer von der Nacht bis in den Tag erstellen lässt.
Der übliche Workflow für einen Zeitraffer ist im Grunde ja ganz einfach: mit einer Fotokamera Serienbilder aufnehmen. Je nach Geschwindigkeit des Videos stellt man den Zeitabstand zwischen den Aufnahmen ein. Das geht entweder mit einer speziellen Remote Control oder man schliesst die Kamera an einem Laptop an und verwenden ein spezielles Programm (Die meisten Hersteller bieten eine solche Software an).
Das Problem bei einem Sonnenaufgang (oder -untergang) ist folgendes:
Es ist so gut wie unmöglich die Kamera so einzustellen, dass die Nacht nicht unterbelichtet, bzw. der Tag nicht überbelichtet ist. Die einzige Möglichkeit, um das Problem zu lösen, ist mit Automatik zu fotografieren (entweder Shutter- oder Apertureautomatik). Da ergibt sich aber gleich ein neues Problem, nämlich dass der Zeitraffer dann extrem flimmert bzw. flackert. Das liegt daran, dass die Shutter- bzw. Apertureeinstellungen nicht stufenlos sind. Eine Möglichkeit das Flimmern etwas zu verringern ist, wenn man die Belichtungsmessung auf ein Objekt stellt, das sich nicht bewegt. Darum sollte man nicht den Himmel messen, da immer wenn eine Wolke vorbeisaust, das Bild kurz dunkler und dann wieder heller wird. Trotzdem verändern sich mit der Zeit die Lichtverhältnisse und speziell in dem Moment wo die Sonne aufgeht, wird das Video extrem flackern. Und genau dieses Flackern wird sich rein fototechnisch nicht wirklich verhindern lassen.
Es gibt allerdings eine Technik, mit der sich das flackernde Bildmaterial ausgleichen lässt. Nämlich Tone Mapping (bei HDR Bilder).
Das Problem ist allerdings, dass die Fotos die man geschossen hat keine HDR Bilder sind. Wenn man die Fotos aber als RAW speichert, lässt sich daraus recht gut ein “Fake HDR” erzeugen.
Hierbei hilft uns die Software “Photomatix”. Mit einem “Batch Process” (in Photomatix gibt es die Option “Batch Single Files”) lässt sich aus allen Fotos ein Pseudo-HDR erzeugen. Das alleine hilft natürlich noch nicht. Schlussendlich wird uns hier das Tone Mapping das flackern ausgleichen.
Warum? Ganz einfach, weil (einfach ausgedrückt) Tone Mapping in einem Bild die besten “Kontrastverhältnisse” sucht. Wenn ein Foto also etwas heller oder etwas dunkler ist, ist das Optimum meist irgendwo dazwischen.
Hier kann man wieder einen Batch Prozess über die gerade eben erstellten HDR Bilder laufen lassen, aber dieses mal mit Tone Mapping.
Das Ergebnis kann dann so aussehen:
(oben: normale JPGs der Kamera; unten: die bearbeiteten Pseudo HDR Bilder)
Wie man sieht ist das Flackern nicht 100 %tig entfernt, vor allem in den dunklen Bereichen, da diese recht stark erhellt wurden. Aber ansonsten kann sich das Ergebnis schon sehen lassen.
Ich denke, wenn man mit den Tone Mapping Einstellungen noch etwas spielt, verschwindet auch noch das bisschen Flackern.
Ich hoffe dieses Tutorial war halbwegs verständlich. Ich habe die einzelnen Arbeitsschritte nicht aufgezählt, da die meisten HDR Programme eigentlich sehr einfach zu bedienen sind. Der selbe Effekt lässt sich übrigens auch mit anderen Programmen erzielen, als mit Photomatix. Falls aber doch Unklarheiten bestehen sollten, könnt ihr gerne Fragen stellen.
Ansonsten wünsche ich viel Spass beim selber Probieren!
In Zusammenarbeit mit Lydaa haben wir im Juli mit den Dreharbeiten zum Kurzfilm
“The Prague Assigment – Lizard’s Way” begonnen. Da sich ein grosser Teil des Filmes
auch in Prag abspielt, reisten wir anfangs September für eine Woche nach Tschechien.
Weitere Informationen zu The Prague Assignment werden in Kürze veröffentlicht.
GuaveStudios GmbH ist stolze Besitzerin einer Canon 5D Mark II. Die Kamera überzeugt uns nicht nur durch das Full HD sondern durch die Aufnahme auf einen Vollformat CMOS, was eine noch nie da gewesene Tiefenschärfe erzeugt. Natürlich gibt es noch viele Verbesserungspunkte beim Filmen mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera wie z.B. : Das Aliasing Problem, Rolling Shutter und die nicht verstellbare Frame-Rate. Trotzdem: Das Gerät lässt sich für LowBudget Produktionen gut einsetzten die mit Full HD produziert werden müssen und bei denen man einen 35mm Look erzielen möchte. Weiter unten findet ihr ein paar Beispiele, die wir mit der Kamera realisiert haben.
Tipps beim Dreh
Wer mit der Canon 5d Mark II drehen möchte, sollte sich vorher grundsätzlich ein paar Gedanken über das Handling und die Stabilisierung machen. Anders als bei normalen ENG oder Handycams ist die Kamera schwer von Hand zu führen, da das Bild leicht zu zittern beginnt. Mittlerweile gibt es aber viele Firmen, die Zubehör für DSLR-Kameras herstellen, eine davon ist die Redrock Micro in den Vereinigten Staaten, die ein komplettes Kit anbieten.
Wir haben das Kamera-Rig ein wenig modifiziert und eine V-Mount Akku Einspeisung daran gebastelt. Dieses Modul beliefert die Kamera, den Externen Monitor und sonstige Geräte über einen langen Zeitraum mit ausreichend Strom.
Somit haben wir ein handliches und stabiles ShoulderMount, an dem man auch ein Externen Monitor befestigen kann. Damit komme ich schon zum nächsten Punkt:
Um das Schärfe ziehen und die Kameraführung zu erleichtern, empfehle ich einen Externen Monitor. Wir haben uns für den Marshall V-LCD70P-HDMI entschieden, der gegenüber den Konkurrenten einige Zusatzfunktionen bietet.
Ausserdem lässt sich die Canon 5D Mark II gut an anderen Grips wie Dollys, Kränen oder Carmounts befestigen.
Wer externe Aufnahmen bei Sonnenlicht macht sollte unbedingt ein ND 0.6 – 0.9 dabei haben, ausser man möchte die Blende fest reduzieren und keine Tiefenschärfe mehr haben.
Was ganz klar ist: Ton immer separat aufnehmen und nicht vergessen zu Clappen
Workflow – Apple
Es gibt 2 optimale Workflows für die Bearbeitung von 5D Footage:
- Film im Final Cut Pro schneiden und mittels Compressor in die gewünschte Framerate konvertieren.
- Clips vorschneiden, mit Compressor umkonvertieren und erst dann in die FCP Timeline ziehen.
Letzteres bevorzuge ich selber, da man freier ist beim realtime Schneiden und mit den PostFX. Verluste beim Konvertieren gibt es so gut wie keine, denn das File wird nicht noch mehr komprimiert als es schon mit dem h.264 Codec passiert ist. Was allerdings zu beachten ist sind die grossen Datenmengen, die mit dem Prores 422 HQ Codec generiert werden. Falls man etwas nur mit 720p produzieren möchte reicht auch das Normale ProRes 422 aus.